Kultur: Geschmack

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten!
Gehen Sie mit mir der Frage nach:
Wo kommt eigentlich der Geschmack her? Hat Frau oder Mann Geschmack von Geburt an oder kann Geschmack erlernt werden?
Geschmack kommt sprachlich aus dem Mittelhochdeutschen: gesmac - das Vermögen zu Schmecken.
Geschmack kommt demnach von Schmecken und jeder Mensch hat eine eigene Kombination von Genen, die für seine persönlichen Empfindungen zuständig sind. Das heißt also: Der Geschmack, das was wir schmecken und riechen ist genetisch bedingt unterschiedlich. Geschmack an sich ist somit von Geburt an in seinen Grundfesten festgelegt, kann sich aber mit zunehmendem Alter ändern.
Darüber hinaus vergleichen wir uns und unser Leben ständig mit der uns umgebenden Welt und bilden durch Erfahrung und Erziehung Vorlieben und Abneigungen heran, die den eigenen Charakter prägen und somit in den meisten Fällen einen eigenen individuellen Geschmack erzeugen.
Geschmack ist nicht das, was uns die Modeindustrie jedes Jahr aufs neue zu verkaufen sucht. Es zählt in diesem Zusammenhang weder guter noch schlechter Geschmack sondern nur der eigene. Entweder man hat ihn oder nicht! Entweder das eigene Farbsehen und die Kombination von Stoffen und Kleidungsstücken passt in sich oder die Gesellschaft straft uns mit Geschmacklosigkeit. Diese Ausprägung des kollektiven Geschmacks ist nicht nur in der üblichen Kleidung und in der gewohnten Nahrungsmitteln zu finden, sondern trifft auch auf den Stil der Einrichtung einer Wohnung oder eines Hauses zu.
Stilfragen, Styles und In /Out prägen die Diskussionen in Zeitschriften, in Fernsehsendungen und im Internet. Geschmack oder nicht Geschmack - berührt nicht nur unser tägliches Leben sondern ist in der Literatur und in der darstellenden und bildenden Kunst eines der Hauptthemen.
In der Philosophie wird die Frage nach dem Geschmack sehr eng mit dem Begriff „Urteilskraft“ verbunden. „Die
Kritik der Urteilskraft“ (1790) ist Immanuel Kants "dritte Kritik" nach der Kritik der reinen Vernunft und der Kritik der praktischen Vernunft. In dieser Kritik der Urteilskraft werden Fragen zur Ethik, zum individuellen Geschmack und zu gesellschaftlichen Orientierungen des Geschmacks aufgeworfen.
Das Thema bleibt offen. Hier zum Schluss des Artikels noch ein paar zusätzliche Anregungen zur Diskussion:
Man sollte jedem seinen persönlichen Sinn für das Schöne zubilligen; Es ist vergeblich, eine Diskussion über Vorlieben / Stilgefühle / ästhetische Empfindungen zu führen, da solche persönlichen und emotionalen Fragen für sachliche Argumente nicht zugänglich sind!
Ich hoffe, Sie sind beim Lesen auf den Geschmack gekommen sich mit diesem Thema etwas näher zu beschäftigen. Anmerkungen und Diskussionsbeiträge nehme ich gern unter
gloger@ifkomwl.de entgegen. (Autor: Hartmut Gloger)

Keine Kommentare: